Mein Lesetipp: Die wahre Geschichte der Helga F.

Buch Helga von Sabine Weigand © Stadtbibliothek Erlangen

Sabine Weigand, bekannte Autorin historischer Romane mit starken Frauen im Mittelpunkt, beschreibt in ihrem neuen Buch die wahre Geschichte der Helga F. Um möglichst authentisch und anschaulich deren Lebensgeschichte wiederzugeben, lässt Sabine Weigand Helga F. selbst in der Ich-Form und in ihrem typisch fränkischen Dialekt erzählen. Dabei ist ein sehr berührendes und gut zu lesendes Buch entstanden, denn Helga erzählt trotz ihres tragischen Schicksals mit viel Humor auch von den absurden Erfahrungen mit ihrem Anderssein.

Um was geht es?

1931 in Nürnberg in ärmlichen Verhältnissen geboren, von der Mutter weggegeben und der Stiefmutter misshandelt, merkt der kleine Hermann schon sehr früh, dass er eigentlich lieber ein Mädchen sein möchte. Aber es gibt keine Worte für diese Gefühle. Also versucht er sich anzupassen, heiratet die loyale und arglose Edith und gründet eine Familie. Doch dem Drang, als Frau zu leben, kann er sich nicht entziehen. Er vernachlässigt Familie und Beruf, ist nur noch auf seinen Wunsch, als Frau zu leben fixiert, bis es schließlich beinahe zur Katastrophe kommt. 1971 entscheidet er sich für eine operative Geschlechtsumwandlung in Casablanca, obwohl es noch keine Erfahrungen damit gibt. Als Helga kommt sie zurück und heiratet bald darauf einen Mann, kurz darauf heiratet auch Edith nochmals. Helga leidet zwar an den Spätfolgen der Hormontherapie, hat aber ihren Entschluss zur Geschlechtsumwandlung nie bereut. Als ihre beiden Ehemänner 2013 sterben, zieht Edith, die ihr Leben lang zu Helga gehalten hat wieder bei ihr ein, als Freundin mit gemeinsamen Kindern und Enkeln. Das Leben schreibt doch die schönsten Geschichten.

Mein Fazit:

Sabine Weigand ist sich treu geblieben. Sie hat wieder ein spannendes Buch mit einer starken Frau im Mittelpunkt geschrieben, diesmal vor zeitgeschichtlichem Hintergrund, der die Zeit des Wiederaufbaus und des Wirtschaftswunders in Nürnberg aus der Sicht der kleinen Leute lebendig werden lässt.

Noch mehr erfahren?

Website von Sabine Weigand

Und jetzt lesen:

Helga : als es noch keine Worte dafür gab ; mein Weg vom Mann zur Frau / Krüger, 2016. – 283 S.

 © Stadtbibliothek Erlangen

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Christine L.

Als Verantwortliche für zielgruppenorientierte Bibliotheksarbeit halte ich den Kontakt zu Bildungs- und Kultureinrichtungen der Stadt und beschäftige mich mit Themen wie Inklusion, Integration, Sprachförderung oder Demenz. Ich mag Sprachen und lese oft englischsprachige Bücher. #Vielleserin #Netzwerkerin #Sprachfreundin

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