Recherche-Tipp #3: Internet-Quellen bewerten

Willkommen bei Tipp 3 von 10 Tipps zur Literatur-Recherche! Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie du passende und vertrauenswürdige Literatur für dein Referat oder deine Seminararbeit findest. Diesmal: So kannst du Qualität und Vertrauenswürdigkeit von Internet-Quellen einschätzen.

In den ersten beiden Schritten haben wir schon…

 Vier Fragen zur Bewertung von Inhalten im Netz

Jetzt geht es darum, diejenigen Quellen auszuwählen, die

  1. relevant für dein Thema sind und
  2. vertrauenswürdig sind, sodass du sie auch zitieren kannst.

Wähle dazu zunächst die fünf Quellen aus, die dir spontan am nützlichsten erscheinen.

Nun überprüfen wir diese auf ihre Vertrauenswürdigkeit. Dazu stellen wir zu jeder Internetquelle vier Fragen:

1. Wer steckt hinter der Website? Wer ist der Autor / die Autorin?

Das ist meistens ganz einfach herauszufinden: Jede Website hat ein Impressum, in dem steht, welche Organisation oder Person für die Inhalte der Website verantwortlich ist.

Ist es eine Universität, ein Ministerium oder ein Museum? Dann sind die Informationen auf der Seite vertrauenswürdig.

Ist es eine Privatperson, von der du noch nie gehört hast? Hier lohnt es sich, nach der Person zu suchen und abzuchecken, ob sie vertrauenswürdig ist.

2. Wie aktuell ist die Internetquelle?

An welchem Datum wurde der Artikel online gestellt? Sind die Informationen, die du auf der Website findest, aktuell? Nehmen wir an, du hast eine tolle Statistik gefunden, die zeigt, wie viele Kekse jede*r Europäer*in im Jahr isst. Die passt super zu deinem Thema und du möchtest sie zitieren. Hier ist es wichtig, auf die Aktualität der Statistik zu achten: Ist die Statistik aus den letzten drei Jahren? Wunderbar! Ist sie von 1980? Schwierig – vielleicht hat sich der Keks-Konsum seitdem stark verändert!

3. Auf welche Quellen verlinkt die Website?

Vertrauenswürdig ist eine Website auch dann, wenn die Informationen mit anderen seriösen Quellen belegt werden. Schau dir also an, auf welche anderen Seiten die Website verlinkt und ob Literaturangaben gemacht werden. Gibt eine Website als Quelle zum Beispiel ein Online-Lexikon und zwei wissenschaftliche Bücher an, kannst du davon ausgehen, dass die Informationen stimmen. Wird jedoch nur auf zwei Tweets von Donald Trump verlinkt, solltest du noch mal nachprüfen, ob die Inhalte der Website der Wahrheit entsprechen.

4. Wie wirken Schreibstil und Struktur der Seite?

Auch formale und stilistische Aspekte einer Website sind Indizien dafür, ob ihre Inhalte seriös sind. Ist die Webseite klar strukturiert? Stimmen Rechtschreibung und Zeichensetzung? Ist der Schreibstil sachlich? Dies weist auf eine professionelle Webredaktion hin. Wenn der Schreibstil hingegen reisserisch ist oder Werbung nicht klar zu erkennen ist, solltest du vorsichtig sein.

Frag eine*n Expert*in!

Du bist dir immer noch nicht sicher, ob die Inhalte der Website vertrauenswürdig sind? Frag eine Expertin oder einen Experten – zum Beispiel in der Bibliothek deines Vertrauens! Wir helfen dir gerne weiter.

Glückwunsch! Du hast jetzt…

  • passende Internetquellen zu deinem Thema gefunden
  • und die Quellen ausgewählt, die vertrauenswürdig sind und die du für deine Arbeit verwenden kannst.

Wie du noch mehr Literatur im Internet finden kannst, liest du bald in diesem Artikel über wissenschaftliche Suchmaschinen.

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Katharina

„There is no cloud, just other peoples' computers“ steht auf dem Sticker, den ich eigentlich wegen seiner hübschen Wolken-Form auf meinen Laptop geklebt habe – der mich aber dazu gebracht hat, über unterschiedliche Perspektiven auf den digitalen Wandel nachzudenken. Nach einem famosen Jahr in der Stadtbibliothek Erlangen arbeite ich deswegen als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Erlangen-Nürnberg, um zu Möglichkeiten und Herausforderungen der Digitalisierung zu forschen. Zum Glück darf ich hier im Blog als Gastautorin immer noch von meinen unzähligen Leidenschaften berichten – von fremdsprachigen Romanen bis zu Musik und Filmen mit Hang zum Absurden. #digitaleselbstverteidigung #digitalerwandel #medienkompetenz #stilllovinfeminism

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