Mein Lesetipp: Die Malerin

Mary Basson: Die Malerin

Mary Basson, die Die Autorin des Buches Die Malerin, arbeitet im Milwaukee Art Museum, das die größte Gabriele-Münter-Sammlung besitzt. Sie hat sich ausgiebig mit dem Leben und Werk der Künstlerin Gabriele Münter beschäftigt. Zeitgleich zur großen Gabriele-Münter-Ausstellung im Münchner Lenbachhaus ist ihre romanhafte Biografie erschienen, die fesselnd und spannend das Leben einer der bedeutendsten Malerinnen der Klassischen Moderne in ihrem Kampf um Anerkennung beschreibt.

Wovon handelt das Buch?

Mary Basson: Die Malerin

Auf der Münchner Malschule „Phalanx“ verliebt sich die engagierte Malschülerin Gabriele Münter in ihren damals schon berühmten Lehrer Wassily Kandinsky. Basson schildert anschaulich die komplizierte Beziehung der beiden, die gesellschaftliche Ausgrenzung der Münter, die in ihrem „Russenhaus“ im ländlichen Murnau in „wilder“ Ehe mit Kaminsky lebt, die Suche nach künstlerischer Eigenständigkeit, ihre emotionale Abhängigkeit von Kandinsky, seine Sprunghaftigkeit, Egomanie und seine Depressionen. Ihr Haus wird zum Treffpunkt von Künstlern wie Franz Marc, Alexej Jawlensky und Marianne von Werefkin und sie wird eine der Gründungsmitglieder der Künstlergruppe „Blauer Reiter“.

Der erste Weltkrieg trennt Münter und Kandinsky. Münter trauert um ihren vermeintlich toten Geliebten und bricht zusammen, als er nach dem Krieg, frisch verheiratet mit einer anderen, über einen Anwalt seine Werke zurückfordert, die er bei ihr zurückgelassen hatte.

An diesem Tiefpunkt ihres Lebens trifft sie Eichner, Kunsthistoriker und Philosoph und späterer Lebensgefährte. Er hilft ihr, die Zeit des Nationalsozialismus ohne Inhaftierung zu überstehen. Höhepunkt des Buches ist die gemeinsame Rettung der Sammlung des Blauen Reiters vor dem Zugriff der Nationalsozialisten. Diese Rettungsaktion liest sich stellenweise wie ein echter Krimi. Nur durch Münters tapferes Engagement ist ein Großteil der Werke der „entarteten Kunst“ während des Nationalsozialismus nicht zerstört worden und kann noch bis 8. April im Münchner Lenbachhaus besichtigt werden.

Mein Fazit:

Ein leicht zu lesender Roman in angenehmer Schrift, der gut als Einstieg genutzt werden kann, sich mit dem Werk der Künstlerin näher zu beschäftigen. Die als „Galerie“ eingestreuten Bildbeschreibungen des Kunsthistorikers Eichner sind leider unbebildert, machen aber neugierig darauf, sich die Bilder von Gabriele Münter anzuschauen.

Wenn Sie interessiert daran sind, mehr über Gabriele Münter zu erfahren: Wir haben eine Liste empfehlenswerter Bücher erstellt, die in der Stadtbibliothek vorhanden sind. Der Titel ist übrigens auch als E-Book in der Franken-Onleihe zu finden.

Christine Lenhart

Und jetzt lesen:

Basson, Mary: Die Malerin; die Kunst war ihr Leben – Kandinsky ihr Schicksal  / Aufbau-Taschenbuch-Verlag, 2017. – 427 S.

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Christine L.

Als Verantwortliche für zielgruppenorientierte Bibliotheksarbeit halte ich den Kontakt zu Bildungs- und Kultureinrichtungen der Stadt und beschäftige mich mit Themen wie Inklusion, Integration, Sprachförderung oder Demenz. Ich mag Sprachen und lese oft englischsprachige Bücher. #Vielleserin #Netzwerkerin #Sprachfreundin

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