Lebenshilfe zu Besuch

Christine Lenhart (rechts), Diplombibliothekarin, und Maria Distler, Mitarbeiterin in den Regnitz-Werkstätten © Lebenshilfe Erlangen

Christine Lenhart arbeitet in der Stadt-Bibliothek. Dort kann man Bücher, DVDs und Zeitschriften ausleihen. Es gibt auch Bücher in leichter und einfacher Sprache. Anja de Bruyn vom Treffpunkt und Werkstatt-Mitarbeiterin Maria Distler von der Lebenshilfe Erlangen haben Christine Lenhart in der Bibliothek besucht. Die Fragen stellte Maria Distler. 

Was gefällt Ihnen an Erlangen?

Erlangen ist sehr lebendig und offen. Ich genieße es, meinen Arbeitsplatz so zentral mitten im Herzen der Stadt zu haben: am Markt und am Schlossgarten.

Was verbinden Sie mit der Lebenshilfe Erlangen?

Ich erinnere mich gerne an die gute Zusammenarbeit im Jahr 2013. Damals habe ich die leichte Sprache in der Bibliothek eingeführt und vorher gab es viele gute Gespräche mit der Lebenshilfe. Ein Jahr später haben wir den Erlanger Inklusionspreis erhalten. Das war eine schöne Anerkennung. Wir pflegen Kontakte zu den Wohngruppen und den Regnitz-Werkstätten. Wenn ich nach den Führungen einige Bekannte im Haus wiedertreffe, freue ich mich.

Was würden Sie jemandem sagen, der einen Menschen mit Behinderung beleidigt.

Das hängt vom behinderten Menschen ab. Manche wollen und können gut für sich selbst sprechen, möchten nicht, dass sich jemand einmischt. Wenn aber ein Mensch mit Behinderung wehrlos ist, ist es selbstverständlich, für ihn einzutreten. Grundsätzlich halte ich es für schlimm, jemanden zu beleidigen.

Was bedeutet für Sie eine inklusive Gesellschaft?

In einer inklusiven Gesellschaft ist es normal, dass alle miteinander arbeiten, leben und auch feiern. In der Bibliothek ist uns wichtig, allen Menschen etwas anzubieten und herauszufinden, wo es noch Hürden gibt. Wir beraten unsere Besucherinnen und Besucher persönlich. Unser Haus ist barrierefrei, was die Räumlichkeiten betrifft. Aber es gibt noch andere Barrieren – wie zum Beispiel Schrift und Sprache. So haben wir Bücher in augenfreundlichem Druck und in leichter und einfacher Sprache.

Was ist Ihnen am wichtigsten im Leben?

Meine Familie und Gesundheit. Und wichtig wäre mir auch, mehr Vernunft in der Politik.

Treffpunkt © Lebenshilfe Erlangen

Dieses Interview wurde  im “Treffpunkt” veröffentlicht. Dreimal im Jahr erscheint dieses Journal mit Neuigkeiten aus der Lebenshilfe Erlangen. Lest darin mehr über das Leben von Menschen mit Behinderung in Erlangen.

Die Stadtbibliothek hat 2014 den Erlanger Inklusionspreis erhalten. 2017 wurde uns das Signet “Bayern barrierefrei” verliehen.

Die Stadtbibliothek Erlangen in Leichter Sprache

Foto oben: Christine Lenhart (rechts), Diplombibliothekarin, und Maria Distler, Mitarbeiterin in den Regnitz-Werkstätten

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Christine L.

Als Verantwortliche für zielgruppenorientierte Bibliotheksarbeit halte ich den Kontakt zu Bildungs- und Kultureinrichtungen der Stadt und beschäftige mich mit Themen wie Inklusion, Integration, Sprachförderung oder Demenz. Ich mag Sprachen und lese oft englischsprachige Bücher. #Vielleserin #Netzwerkerin #Sprachfreundin

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