Mein Lesetipp: Das Haus der Verlassenen

Emily Gunnis: Das Haus der Verlassenen

Wovon handelt das Buch “Das Haus der Verlassenen” von Emily Gunnis?

1956 Sussex, England:

Die junge Ivy Jenkins wird unverheiratet schwanger. Als ihr Stiefvater und ihre Mutter davon erfahren, wird sie ins St. Margaret’s Heim für ledige Mütter gebracht. Hinter den dicken Mauern dieses alten Herrenhauses soll sie ihr Kind zur Welt bringen und anschließend drei Jahre lang als Entschädigung für die Nonnen arbeiten. Doch Ivy wird St. Margaret’s nie wieder verlassen.

2017 entdeckt die junge Journalistin Sam im Nachlass ihres Großvaters einen Brief von Ivy an ihre große Liebe Alistair.

„Mein Liebster,
ich mache mir Sorgen, weil ich noch nichts von dir gehört habe. Alle meine Ängste haben sich bestätigt. Ich bin im dritten Monat schwanger, es ist zu spät, um noch etwas dagegen zu unternehmen. Es ist Gottes Wille, dass unser Kind zur Welt kommt. […] Onkel Frank ist der Meinung, dass ich furchtbare Schande über die Familie gebracht habe. Er will nicht, dass die Nachbarn etwas mitbekommen, deshalb soll ich fortgeschickt werden, bevor man mir meine Schwangerschaft ansieht. […] Bitte, Alistair, ich flehe Dich an, ich werde dich glücklich machen, und wir werden eine Familie sein. Bitte hol mich schnell von hier weg. Ich habe Angst um meine Zukunft.
In ewiger Liebe,
Deine Ivy“

(Emily Gunnis, Das Haus der Verlassenen, 2019, S. 47-53)

Sam ist von diesen Zeilen berührt und versucht mehr über Ivy herauszufinden. Nach und nach kommen immer mehr grauenvolle Details ans Licht und Sam muss feststellen, dass ihre eigene Familie darin verwickelt ist. Und erst kurz vor Schluss wird einem klar, wie Ivys und Sams Geschichten zusammenhängen.

Mein Fazit:

„Das Haus der Verlassenen“ thematisiert einen dunklen Teil der jüngeren englischen Geschichte. Die Einstellung und die Taten der Nonnen sind heute kaum vorstellbar, aber es zeigt auch, dass nicht nur die katholische Kirche daran schuld ist. Ohne ein gut funktionierendes Netz an einflussreichen Personen hätte das nie auf diese Art vertuscht werden können. Ich kann das Buch wärmstens empfehlen.

Filmempfehlung: Philomena mit Judi Dench
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Passend zum Thema hat die Stadtbibliothek auch den Film „Philomena“ mit Oscar-Preisträgerin Judi Dench im Bestand.

 

 

Und jetzt lesen:

Emily Gunnis: Das Haus der Verlassenen / Heyne, 2018. – 399 S.

© Stadtbibliothek Erlangen

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Yvonne

Harry Potter ist schuld! Durch J.K. Rowlings weltberühmten Zauberlehrling bin ich letztendlich und folgerichtig in einer Bibliothek gelandet, in der ich so vielen meiner Leidenschaften direkt oder indirekt nachgehen kann. Neben dem Lesen reise ich unendlich gerne in fremde Länder, lebe meine Kreativität in Do-it-Yourself-Projekten aus oder lasse mich von einer Serie in den Bann ziehen. Dabei ist mein Smartphone mein ständiger Begleiter, damit ich schöne Momente in einem Foto verewigen kann. #instagrammerin #serienjunkie #weltenbummlerin #bluejeans

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