Mein Lesetipp: Das Lied der Krähen

Ein verkrüppelter Dieb, ein Scharfschütze, eine Akrobatin, ein Elitesoldat, ein Ausreißer und eine Grischa begeben sich gemeinsam auf eine Selbstmordmission. Das ist nicht der Anfang eines Witzes, sondern der Beginn der extrem spannenden und unterhaltsamen Fantasy-Duologie „Das Lied der Krähen“ von Leigh Bardugo.

Sechs Kriminelle und eine tödliche Mission

Die Grischa haben besondere Gaben: Manche können Metalle formen, heilen oder Feuer und Wasser befehlen. Die besonders gefährlichen können das Herz eines Menschen zum Stillstand bringen. Seit dem großen Krieg gegen die Grischa sind sie in dem kleinen Land Kerch nicht gern gesehen. Da taucht eine Droge auf, die die Grischa zu Marionetten macht und ihre Kräfte noch vergrößert. Bald gibt es die ersten Todesopfer in Ketterdam, der Hauptstadt von Kerch.

Die dunklen Viertel von Ketterdam, in die sich nur Halsabschneider und ahnungslose Touristen verirren, sind das Revier von Kaz Brekker. Trotz eines verkrüppelten Beins ist er der Anführer einer berüchtigten Diebesbande. Als er den Auftrag erhält, den Urheber der Droge zu finden, zögert er nicht lange – schließlich geht es um viel Geld. Aber selbst er kann nicht alleine in eine uneinnehmbare Festung eindringen, wo der Erfinder der Droge festgehalten wird. Er versammelt eine bunte Gruppe Krimineller, die ihm noch etwas schulden und wahnsinnig genug sind, ihr Leben aufs Spiel zu setzen. Eine gefährliche Reise und ein waghalsiger Plan erwarten sie. Werden sie es tatsächlich schaffen, zusammenzuarbeiten?

Liebenswerte Charaktere und atemberaubende Spannung

Diese Reihe lebt von ihren Protagonist*innen und unzähligen, immer überraschenderen Plottwists. Die Erzählperspektive wechselt zwischen ihnen hin und her, sodass man einen Einblick in die Gedanken von allen bekommt. Durch ihre Verschiedenheit, ihre unterschiedlich ausgeprägten Egos und ihren Humor ergeben sich einige unterhaltsame Konflikte. Jeder hat eine besondere Fähigkeit und eine Vergangenheit, die sich in seinem Handeln zeigt. Dabei verfolgen alle ihre eigenen Ziele und keiner von ihnen gibt auch nur eine Sekunde vor, sein Leben für das Allgemeinwohl aufs Spiel zu setzen. Gerade diese Ehrlichkeit macht die bunte Gruppe von Kriminellen wieder sympathisch. Sie sind mir sehr schnell ans Herz gewachsen.

Für die scheinbar unmögliche Aufgabe denkt sich Kaz immer verrücktere Pläne aus, die dann wiederum von noch verrückteren getoppt werden, wenn eine plötzliche Wendung alles wieder über den Haufen wirft. Dann stellt sich meistens heraus, dass er die ganze Zeit schon einen Plan B, C und D vorbereitet hatte und es nicht für nötig hielt, seine Gefährten zu informieren.

„Das Lied der Krähen“ und „Das Gold der Krähen“ ist eine gelungene Fanatsy-Duologie und wird jedem gefallen, der Spaß an moralisch (zunächst) fragwürdigen und vielschichtigen Protagonist*innen hat. Durch die Wechsel der Erzählperspektive und die verschiedenen Charaktere ist es sehr unterhaltsam und noch dazu unglaublich spannend.

Und jetzt lesen:

Leigh Bardugo: Das Lied der Krähen / Knaur, 2017. – 585 Seiten

© Stadtbibliothek Erlangen

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Julia

Nach den Stationen Praktikum, FSJ und Aushilfskraft lässt die Stabi mich einfach nicht los und ich bleibe ihr als Auszubildende treu. Für ein gutes Buch kann ich schon mal eine Nacht durchmachen. Ich schaue gerne Serien und Fußball und kann mich stundenlang über die neuesten Fantasy- und Marvel-Blockbuster unterhalten. #Büchersüchtige #Tolkienfangirl #Bastelkönigin #Musicalliebhaberin

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